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AGIT 2007

Im Anschluss an die Summer School habe ich auch gleich noch die ebenfalls in Salzburg stattfindende AGIT 07 besucht. Dies war meine allererste Teilnahme dort und ich habe vorwiegend positive Eindrücke erhalten. Die AGIT ist mehr als nur ein Symposium, in dem Fachvorträge gehalten werden, obwohl dies natürlich der wichtigste Western union money order Punkt ist. Das Vortragsprogramm ist ausserordentlich vielfältig und verläuft in mehreren parallelen Tracks, so dass es mir das eine oder andere Mal schwerfiel, eine Entscheidung zu treffen. Neben diesen Sessions bietet die AGIT aber auch noch eine Expo, Workshops, Posterausstellung und auch etliche “Social Events”.

Aufgefallen ist mir, dass das Thema INSPIRE in zahlreichen Vorträgen und Workshops vor allem von Referenten aus dem Verwaltungsbereich eine zentrale Stelle einnahm. Es ist damit zu rechnen, dass diese Richtlinie auch in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Und dies obwohl die konkreten Ausführungsbestimmungen noch gar nicht fertig sind und zudem z.T. sehr lange Übergangsfristen gelten (bis 2019). Und es ist ebenfalls nicht schwierig vorauszusehen, dass sich die Schweiz, obwohl sie kein EU-Mitglied ist, auch intensiv mit diesem Thema befassen wird. Die KOGIS hat dies mit der am 1. Juni durchgeführten INSPIRE-Tagung bewiesen.

Ein kleines Highlight für mich war der Stand der OSGEO-Foundation. In sehr professioneller Weise wurden dort die diversen Projekte der Foundation vorgestellt. Ein wichtiger Input war auch die Idee von Arnulf Christl (Board of Directors der OSGEO-Foundation), dass die öffentlichen Verwaltungen in Zukunft aufpassen müssen, dass sie nicht zuviel Geoinformations-Knowhow aufgrund diverser Sparbemühungen verlieren. Denn dieses Knowhow ist von zentraler Bedeutung beim Aufbau von Geodateninfrastrukturen. Ebenfalls sehr interessant war sein Vorschlag betreffend Geodaten, den er auch in einem Vortrag anlässlich des Open Source Days ausführte. Christl schlägt vor, dass viele der bisher öffentlich hergestellten Geodaten (z.B. amtliche Vermessung o.ä.) nicht mehr vom Staat nachgeführt werden sollen, sondern von denjenigen Institutionen, Firmen oder Privaten, die dafür verantwortlich sind, dass überhaupt eine Änderung an den Geodaten nötig wird. Wenn jemand z.B. ein Haus baut, sollte er dann für die daraus entstehenden Änderungen an den verschiedenen Geodaten aufkommen. Dies tönt durchaus plausibel, da es heutzutage ja kaum noch raumverändernde Projekte und Prozesse gibt, die nicht ohnehin schon genauestens vermessen und in Form von Geodaten bekannt sind. Es ginge nur noch darum, diese Daten in die GDI einzuspielen. Die Aufgabe des Staates wäre es dann noch, diesen Prozess zu kontrollieren und per Richtlinien die Qualität der Daten zu garantieren. Kurz gesagt möchte Christl das schon in anderen Politikbereichen etablierte Verursacherprinzip auch im Bereich der Geodaten einführen. Ich hatte vorher noch nichts von einer solchen Idee gehört, ganz spontan leuchtet mir allerdings die Argumentation durchaus ein. Sicherlich eine interessante Idee, die ich weiter verfolgen werde.

Wie schon die Summer School war auch die AGIT eine gute Gelegenheit, mit anderen GIS-Experten ins Gespräch zu kommen. Insgesamt habe ich trotz einiger mentaler Ermüdungserscheinungen nach der intensiven Summer School die AGIT als eine sehr vielfältige, gut organisierte und sympathische Veranstaltung empfunden und ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich dafür wieder mal nach Salzburg gehen werde.

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